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Biomechanik
Lehrmeister Baum
Man muss nur mit dem Blick des Technikers vor einem Baum stehen - und man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Denn was Bäume an statischen und mechanischen Problemen lösen, stellt alle Ingenieurskunst weit in den Schatten.
Ein deutsches Forscherteam verfiel deshalb auf die Idee, die jahrmillionenalten Naturpatente der Bäume auf die Konstruktion von Bauteilen zu übertragen.
Im US-Staat Colorado wächst an der Baumgrenze diese Methusalem sagenhaften Alters. Mehr als 4600 dichtgepackte Jahresringe liessen sich bei einem der ältesten Exemplare in den kalifornischen White Mountains zählen. Damit hält Pinus aristata den Altersrekord im Tier- und Pflanzenreich
Quelle: GEO 1996/4
Resultat umweltverträglicher Betriebstätigkeit von RVR und seinen Kunden
Was ist ein Baum?
Bäume sind ausdauernde, sich selbst tragende Holzgewächse und die grössten Rohstoff- und Sauerstoffproduzenten seit Menschengedenken.
Alter
Bäume sind zweifellos die ältesten und grössten Lebewesen der Erde, sie stellen Rekorde: «Methusalem» wird eine 4’700 Jahre alte Grannenkiefer (Pinus longaeva) in den White Mountains im Westen der USA genannt. Sie ist das älteste bekannte Baum-Individuum.
Grösse
Vergleichsweise jung, nur 200 Jahre alt, ist eine Banyan-Feige (Ficus benghalensis) in Kalkutta, ihre ausladende Krone stützt sich auf etwa 1’400 Luftwurzeln und überdeckt eine Fläche von 14'000 m2.
Höhe
Ein Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) in den kalifornischen Küstenwäldern ist unglaubliche 112 m hoch. Der «General Sherman», ein Mammutbaum (Sequoiadendron giganteum), ebenfalls in Kalifornien, ist das grösste Lebewesen der Erde, die Holzmasse seines Stammes umfasst etwa 10'500 m3.
Artenvielfalt der Bäume durch Photosynthese
Die Blütenpflanzen besiedeln heute mit etwa 240'000 Arten alle Winkel unserer Erde, in denen höheres pflanzliches Leben möglich ist.
Die Ausbreitung pflanzlichen Lebens hatte weit reichende Folgen. Durch den Prozess der Photosynthese wurde die toxische Kohlenstoffkonzentration in der Atmosphäre deutlich reduziert. Der Kohlenstoff sammelte sich in den Pflanzenleibern, wurde so zu Biomasse und später zu Kohle. Dabei wurde mehr und mehr Sauerstoff freigesetzt, und ein lebensfreundliches Klima entstand auf der Erde. Durch diese Dienstleistung der Pflanzen wurde tierisches und menschliches Leben möglich, Pflanzen dienen ausserdem als primäre Nahrungsgrundlage für alle höheren Lebensformen. Fazit: Bäume dienen uns Menschen in aller Stille in multifunktioneller Art und Weise.
Fläche
Etwa ein Drittel der Landmasse der Erde ist heute von Wäldern bedeckt. Diese Waldflächen sind von überragender Bedeutung. Die Wälder sind ein wesentlicher Teil der globalen Stoffkreisläufe, sie beeinflussen die Zusammensetzung der Erdatmosphäre, das Klima und den Wasserkreislauf des blauen Planeten. Die noch vorhandenen Urwaldgebiete sind für die Artenvielfalt der Lebewesen von grösster Wichtigkeit.
Vom Umgang mit Bäumen
Im Laufe der Menschheitsgeschichte genossen die Bäume ein besonders hohes Ansehen. Allen Kulturen der Erde war die Achtung von Bäumen und Wäldern wichtig. Trotzdem, die ersten grösseren Rodungen fanden im Mittelmeerraum statt. Die Ägypter und Phönizier bezogen riesige Holzmengen aus Kreta und Zypern. Von den andalusischen Sierren bis zu den anatolischen Dags sowie in den Gebirgen des Libanon und Nordwestafrikas waren noch zu Beginn des klassischen Altertums dichte Wälder vorhanden. Durch Abholzung und Beweidung vergriff sich der Mensch bereits im ersten Jahrtausend vor Christus massiv an der «Welt der Bäume».
Die Waldvernichtung gipfelt jedoch in unseren Tagen. Etwa 80 % aller Urwälder der Erde sind bereits verloren. Derzeit werden Jahr für Jahr ca. 15 Millionen Hektar Wald, überwiegend tropischer Regenwald, gerodet.
Global Forest Watch berichtet: «Für 40 % der verbliebenen Urwälder in den Tropen Afrikas sind derzeit bereits Fällkonzessionen erteilt. Die zwischen 1990 und 1995 gerodete Fläche der Amazonas-Regenwälder entspricht der gemeinsamen Landesfläche von Österreich und der Schweiz. Indonesien hat in den letzten 50 Jahren etwa 40 % seiner Urwaldflächen verloren.»
Die Folgen der gnadenlosen Ausbeutung der Wälder sind auch in den gemässigten Zonen der Erde unverkennbar, auch wenn die Gesamtwaldfläche in diesen Regionen der Erde derzeit wieder zunimmt. In die Waldbilanz werden neu gepflanzte Plantagenwälder mit eingerechnet. Nordamerika verlor zwischen 1990 und 2000 insgesamt 12,3 Millionen Hektar Urwälder. In den meisten Ländern des ehemaligen Waldkontinents Europa sind Urwälder völlig verschwunden.
In Sibirien, im Norden der Region Krasnojarsk, wird die Fläche der durch anthropogene Einflüsse vernichteten oder irreversibel geschädigten Taiga- und Tundravegetation auf 9 Millionen Hektar geschätzt. Die flächige Waldrodung im Norden Chinas hat die rasche Ausbreitung der innerasiatischen Wüsten zu Folge. Ein grüner Wall aus Millionen Pappeln ist der verzweifelte Versuch, den Wüstensand zu stoppen. Der gigantische Holzbedarf der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China wird, nach dem Holzeinschlagmoratorium im Reich der Mitte, durch Importe aus Sibirien gestillt.
Diese direkte Bedrohung der Bäume und Wälder wird noch durch eine in ökologischer und ethischer Hinsicht sehr bedenkliche Entwicklung gesteigert: Der Mensch ist mit den Genen der Pflanzen nicht mehr zufrieden, setzt die Bausteine des Lebens neu zusammen, um «bessere» Kulturpflanzen und «leistungsfähigere» Plantagenbäume zu erschaffen.
Eine Hommage an die Baumfreunde von Clean Forest Club
Seit etwa 100 Jahren wirken Naturschutzpioniere der globalen Bedrohung von Wäldern und Bäumen entgegen. Der Erfolg sind viele Naturparks und Naturschutzgebiete, grossartige Ökosysteme und bewundernswerte Baumdenkmäler konnten erhalten werden. Ihr Werk weist in die Zukunft und zeigt den Weg zum pfleglichen Umgang mit der Natur. Wegweisend zu Umwelt– und Wirtschaftsnormen mit Zukunft.
Baumbestand kennt keine Alternative
Die Bedeutung von Wiederaufforstungsprojekten wird rasant zunehmen. Zum Sauerstoff- und Rohstoffproduzenten «Baum» gibt es auch in Zukunft keine Alternative. Daher gilt es, das Chemiewerk Baum vermehrt zu schützen und zu fördern. In kumulierender Art trägt Clean Forest Club über Generation dazu bei. Unser Ziel: 1 Million Baumpflanzungen, kann nur der Anfang sein.
Armand Rudolf von Rohr
Präsident Clean Forest Club
Quelle: Die Welt der Bäume, Rudolf Wittmann
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